Erster Unterricht mit einem neu einzustudierenden Werk von J. S. Bach

In diesem Unterricht geht es darum, ein für die Schülerin oder den Schüler absolut neues Werk von J. S. Bach gemeinsam für das Üben vorzubereiten.

Unterrichtsformen:
A – Einzelunterricht
Einmal 30 oder 60 Minuten mit nur einer Person oder gerne auch Schüler*in zusammen mit Lehrer*in.

B – Gruppenunterricht
4 Wochen lang treffen sich
4 Lehrende wöchentlich für 60 Minuten.

Jede/r Lehrende bringt 1 eigene  Schülerin, eigenen Schüler mit, welche/r ein eigenes, für sie oder ihn neues Werk von J. S. Bach lernen möchte.
Jede/r Lernende erhält in den 4 Wochen 2x Unterricht.

Im ersten Unterricht wird das Werk zum Üben vorbereitet, im 2. Unterricht spielt die oder der Lernende das geübte Werk und erhält dazu neue Informationen.


Unterrichtschema:
Alle 4 Lehrenden sind in jeder Woche als Gruppe beim Unterricht dabei.

  1. Woche:
    Schüler*in A von Lehrer*in A erhält für 30 Minuten den 1. Unterricht.
    Schüler*in B von Lehrer*in B erhält für 30 Minuten den 1. Unterricht.
  2. Woche:
    Schüler*in A von Lehrer*in A erhält für 30 Minuten den 2. Unterricht.
    Schüler*in C von Lehrer*in C erhält für 30 Minuten den 1. Unterricht.
  3. Woche:
    Schüler*in B von Lehrer*in B erhält für 30 Minuten den 2. Unterricht.
    Schüler*in D von Lehrer*in D erhält für 30 Minuten den 1. Unterricht.
  4. Woche:
    Schüler*in C von Lehrer*in C erhält für 30 Minuten den 2. Unterricht.
    Schüler*in D von Lehrer*in D erhält für 30 Minuten den 2. Unterricht.

Musikalische Ziele dieses Unterrichts sind:

  • Wege aufzuzeigen, wie ein Werk von Anfang an so bearbeitet werden kann, dass ein klärender Überblick entsteht
    und das Werk in seinen Strukturen und in seinem Charakter verständlich wird.
  • Artikulationen zu finden, die den Charakter des Werkes sowie die Funktionen der Noten unterstützend verdeutlichen.
  • Dynamische Prozesse konkret und beispielhaft in einigen Strukturen anzulegen.
  • Fingersätze bzw. Arrangements zu finden und das Prinzip des Fingersatz-Bauens aufzuzeigen.
  • Ein Übe-Schema für diese Schülerin, diesen Schüler mit diesem Werk aufzuzeigen.


Pädagogische Ziele sind:

Für A – Einzelunterricht:

  • Zusammen werden alle notwendigen Informationen (s. unten) erarbeitet, so dass die, der Lernende nach diesem Unterricht
    in der Lage ist, selbstständig weiter zu üben.

Für B – Gruppenunterricht:

  • Durch das Miterleben des Einstudierens neuer Werke (bei 4 Schüler*innen sind dies 4 neue Werke) können unterschiedliche methodische Vermittlungstechniken beobachtet werden.
  • Manchmal erklärt sich ein Werk von Beginn an; in anderen Werken kann es jedoch vielleicht ein Intermedia sein, dass die Gestaltung dieses Werkes erleichtert.
  • Durch das schrittweise Erarbeiten der, des Lernenden, auch über eine oder zwei Wochen hinweg, werden Übeprozesse generell sichtbar und die Gruppe kann Hilfen und Tipps dazu geben.
  • Jeder der Teilnehmenden hat nach den 4 Wochen ein größeres Repertoire an Einstudierungshilfen in unterschiedliche Werke bekommen.


Geeignete Werke:

  • Es sind alle Originalwerke von J. S. Bach willkommen.


Teilnehmende Schüler*innen können sein:

  • Kinder, Jugendliche, Erwachsene in Unter- oder Mittel- / Oberstufe.

Weitere Informationen zu den Inhalten dieses Unterrichts:

Bevor mit dem Üben begonnen werden kann, ist es notwendig, das Werk zu verstehen. Dazu ist es nötig, den Charakter des Werkes, sein Tempo, oder den Suitensatz zu erkennen bzw. zu verstehen.

Große Strukturen geben einen Überblick über das Werk. Ebenso seine kleineren Strukturen, die Phrasen und Motive. In welchen Stimmen sind sie zu finden? Auf dieses Erkennen bauen die nächsten Schritte des Einstudierens auf.

Um eine sinnvolle, die Struktur unterstützende Artikulation bilden zu können, sind die Funktionen der Noten zu erkennen. Beginnt eine Struktur volltaktig oder auftaktig? Wo sind Kulminationen (Ziele) einer Phrase? Wo sind Kadenzen?

Als wichtige Hilfe für eine entspannte Spielweise  sind gute, praktikable Fingersätze bzw. Arrangements anzusehen. Hier gilt es, von Anfang an sinnvoll zu üben und Fingersätze überlegt zu planen.

Die Zuordnung der Dynamik ist in der Barockzeit nicht willkürlich, da es die Aufgabe der Dynamik ist, die Strukturen zu unterstützen. In einem Concerto grosso ist zu sehen und zu hören, wann das Orchester (lauter) und wann der Solist oder die kleine Solistengruppe (leiser) spielen. Stufen- oder Terrassendynamik ist also notwendig, um die Teile auch bei einem Klavierwerk auditiv zu erkennen. Da das Klavier allerdings ein klanglich flexibles Instrument ist, können wir Pianisten eine Phrase auch „beleben.“ (Walter Blankenheim).

Da Pedale den Klavierklang verschönern und damit auch die Musik von J. S. Bach schöner klingen kann, sollte genau gehört werden, wann das rechte oder linke Pedal genommen werden kann, und wo sich eine Chance für das Sostenuto-Pedal ergibt.

Ornamentik ist ein weites Feld, das oft für Verwirrung sorgt. Die Zeichen müssen einerseits erkannt und andererseits gemäß des Kontextes des Werkes ausgeführt werden. Um eine Wiederholung, wenn es für dieses spezielle Werk angebracht ist, mit Figurationen zu versehen, bedarf es des Verständnisses, wie solche Figurationen „erfunden“ werden können.

Sich einem neuen Werk von J. S. Bach zu nähern, um es einzustudieren, bedeutet also zuallererst, sich mit ihm mental auseinander zu setzen, es dabei Stück für Stück spielen zu lernen und das Werk „nach zu komponieren“.

In diesem Prozess helfen wir gerne, die ersten Schritte zu einem erfolgreichen, freudvollen Spiel zu legen.

Kosten:
A – Einzelunterricht:
60 Minuten: 85 €  /  30 Minuten: 45 €

B – Gruppenunterricht:
4 x 60 Minuten (4 Wochen lang): 121 €/pro Lehrer*in
Der Unterricht für die Schüler*innen ist kostenfrei.

Bei Interesse senden Sie bitte eine Email an:
Olaf Krüger: olaf.krueger@thebachproject.de
Seminarbezeichnung: Erster Unterricht mit einem neu einzustudierenden Werk von J. S. Bach